Schüleraustausch mit der La Salle Schule Bratislava

Ein Traum wurde war! Zwei Jahre nach der ersten Begegnung zweier Lehrer im Rahmen des ASSEDIL-Kongresses in Dublin fuhr eine Gruppe von Schülerinnen nach Bratislava in der Slowakei. Vorausgegangen sind zwei Jahre der Zusammenarbeit im Rahmen des internationalen Projekts „Geschmack der Donau“. Weihnachtpäckchen und Grußkarten wurden ausgetauscht und eine virtuelle Begegnung via Skype fand statt. Der erste Höhepunkt war der Besuch einer Delegation der Partnerschule aus Bratislava im Juli 2016 in Illertissen anlässlich des Donau-Brückenfrühstücks im Rahmen des internationalen Donaufestes, das den Abschluss des ersten Projektteils des „Geschmacks der Donau“ darstellte. Die Schülerinnen aus Bratislava verstanden sich auf Anhieb so gut mit den Mädchen aus Illertissen, sodass schon im letzten Sommer die Gegeneinladung in die slowakische Hauptstadt erfolgte.

 

Gruppenbild: links die deutsche, rechts die slowakische Delegation mit ihrer Lehrerin L’ubica Rompfova

Am 18. Mai 2017 war es dann endlich soweit, drei Schülerinnen der Klasse 10 c und ihre Lehrerin Stefanie Mayer machten sich auf den Weg. Die Wiedersehensfreude mit den Freunden, d. h mit der Deutschlehrerin L’ubica Rompfova, dem Konrektor der Schule, Martin Forisch und den drei Austauschschülerinnen war groß und gleich nach der Ankunft machten sich die Mädchen auf den Weg und erkundeten die noch völlig fremde Umgebung. Am ersten Tag stand der Besuch des Ehrenmals für die gefallenen russischen Soldaten auf dem Programm, von dem aus man einen wunderbaren Rundumblick über die Stadt genießen konnte.

Ankunft in Bratislava: Marin Forisch begrüßt Stefanie Mayer, Teresa Geiselmann, Hanna Demel und Laura Gehring

Am Freitag, den 19. Mai war Schule angesagt! Fast alle Schulfächer wurden im Lauf des Tages abgearbeitet: Deutsch und Englisch standen als Kommunikationsmittel ganz oben auf dem Stundenplan. Beim Rundgang durch das Schulgebäude fühlten sich alle beim Anblick von Johannes von La Salle gleich wie zuhause. Eine große Besonderheit war aber der Kontakt mit den dort noch aktiven Schulbrüdern, die für die Illertisser ein nicht mehr alltäglicher Anblick sind. In der Schule wurden die Fächer Informatik, Sport und Slowakisch gestreift. Eine ganze Stunde Mathematik zum Thema quadratische Gleichungen wird den Schülerinnen aus Illertissen sicherlich besonders im Gedächtnis bleiben! Das Fach Geschichte – kombiniert mit Englischer und Französischer Konversation – bildete ab dem späten Vormittag den Hauptbestandteil des Stundenplans (dabei auch nicht zu vergessen, dass ganz nebenbei fast 20 km Fußmarsch zur körperlichen Ertüchtigung beitrugen). Inhalte waren der Besuch der Burg Bratislava, die hoch oben auf einem Felsen über der Donau thront und wo sich die Mädchen auf der herrlichen Treppe wie Prinzessinnen fühlen durften, sowie ein geführter Rundgang durch die Altstadt von Bratislava, vorbei am Martinsdom, der Krönungskirche der Ungarischen Könige, dem Rathaus, dem letzten verbliebenen Stadttor und vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Die Führung war eine besondere Herausforderung für die Gastgeberinnen, die ihre Stadt einmal in der Fremdsprache Deutsch kennen lernen durften.

Führung durch das Schulhaus                                                 Vor der Burg von Bratislava

Das Fach Geschichte wurde am Samstag intensiv vertieft, als sich Bruder Hermann aus Wien bereiterklärte die Deutsch-Slowakische Delegation durch seine Heimatstadt zu führen. Kaum waren die Ahhs und Ohhs über ein schönes Gebäude verklungen, stand bereits das nächste architektonische Highlight auf dem Programm. So kamen wir in den Genuss von Rathaus, Parlament, Burgtheater, Oper, Hofburg inklusive königlicher Schatzkammer und einem kurzen Blick auf die Lipizzaner Pferde, betrachteten den Stephansdom und einige andere Kirchen ehrfürchtig von außen und von innen und erfreuten uns am Anblick der allgegenwärtigen Fiaker. Am Nachmittag schlenderten wir schon sichtlich ermüdet durch den wunderbaren Garten des Schlosses Schönbrunn und wurden wieder richtig wach, als die Leckereien des Naschmarkts uns neue Energie gaben.

Zurück in Bratislava fielen dann aber doch alle müde und zufrieden in ihre Betten. Am Sonntag vor der Abfahrt besuchten alle gemeinsam eine Messe in slowakischer Sprache, bei der am beeindruckendsten war, dass nicht alle Besucher einen Platz in der Kirche finden konnten und die Worte des Pfarrers per Lautsprecher nach draußen auf den Friedhof übertragen werden mussten.

 

 

Ausflug nach Wien mit Bruder Hermann

 

Viel zu schnell gingen die Tage zu Ende und die Heimreise stand an. Im Gepäck der Schülerin eine Menge neuer Eindrücke aus zwei wunderschönen Städten, allerlei spezielle Süßigkeiten aus der Slowakei, einige neue Vokabeln wie „Tak“ und „Dobre“, was universell für so, ja und ok eingesetzt werden kann, die Erkenntnis, dass es durchaus sinnvoll sein kann, in der Schule Französisch zu lernen, wenn man sich in der Slowakei mit den polnischen Schulbrüdern unterhalten möchte und zum Schluss das Wissen, dass es sich um einen Besuch bei Freunden handelte von dem alle Beteiligten überzeugt waren , dass er nur der Beginn einer Reihe weiterer internationaler lasallianischer Begegnungen sein wird. Dazu wurden bereits eifrig Pläne geschmiedet…

 

 

 

 

Impression aus Bratislava

                                                                                                                                                                                                     Stefanie Mayer