Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau

Am 24. Juni 2016 besuchten wir, die neunte Jahrgangsstufe, zusammen mit zwei Lehrkräften, Frau Mangold-Köder und Herrn Zoller, die KZ-Gedenkstätte. Um 08:15 Uhr fuhr der Bus an der Realschule in Illertissen los. Nach der zweistündigen Fahrt kamen wir in Dachau an und machten eine kurze Pause. Dort liefen wir durch ein Tor mit der überaus zynischen Aufschrift „ARBEIT MACHT FREI“. "Arbeit macht tot" hätte eher den Tatsachen entsprochen.

Nun teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe bekam eine Führung von Herrn Zoller durch das Arbeitslager, während die anderen mit Frau Mangold-Köder das Museum erkundeten.

Während des Aufenthalts im Konzentrationslager bekamen wir einige Informationen dazu.

Das Konzentrationslager wurde am 22. März 1933 eröffnet.

Auf dem Appellplatz mussten jeden Tag in der Früh alle Häftlinge antreten, um die Anwesenheit zu überprüfen. Obwohl sie sehr geschwächt waren, mussten sie immer, egal ob im Sommer bei +50°C oder im Winter bei -30°C, zwischen einer halben Stunde und drei Stunden ruhig auf einer Stelle stehen. Außerdem wurden auf dem Platz gewisse Arbeiten verrichtet. Eine Walze hin- und herschieben oder ein fünf Tonnen schweres Fahrzeug mit 18 Mann zum Bahnhof befördern gehörten beispielsweise dazu.

Schließlich schauten wir in eine Baracke hinein. Darin standen viele nebeneinander gereihte Stockbetten, die aus einfachen Holzlatten bestanden. Mehrere Männer teilten sich ein Bett, wodurch sie sich schnell mit Krankheiten infizierten. Zudem war es nicht selten, dass durch die Latten Urin und Kot durchdrang. Am Morgen hatten alle Leute einer Baracke 30 Minuten Zeit, sich fertig zu machen, obwohl sie sich die Toiletten und Waschbecken teilen mussten.

Die Häftlinge in dem Konzentrationslager bekamen täglich nur ein bisschen Brot und wenig zu trinken. An manchen Tagen gab es eine Nudelsuppe zum Essen. Allerdings mussten sie sich die Suppe gegenseitig selbst servieren, was für sie nicht einfach war. Die Suppe war kochend heiß und die Gefangenen konnten auf dem spiegelglatten Fliesenboden der Küche in ihren Holzschuhen sehr schlecht laufen. Wenn sie etwas verschütteten, gab es dementsprechend Strafen. Im Allgemeinen gehörten dazu, dass man ausgepeitscht wurde oder im Winter den Schnee von der Anlage zum Fluss wegschaffen musste.

Als Nächstes gingen wir zum Krematorium. Auf dem Weg dorthin sahen wir die schon abgerissenen Baracken und Gedenkstätten der vier Religionsgemeinschaften.

Im Krematorium konnten wir die Desinfektionsduschen, die Brennöfen und die Gaskammer, die zwar funktionstüchtig war, aber nie benutzt wurde, sehen.

Nachdem wir aus dem Krematorium heraus kamen, war die Führung zu Ende, und unsere Gruppe ging ins Museum. Vor dem Museum war ein Kunstwerk aus Metall zu sehen. Dieses zeigte die Menschen, die in dem Konzentrationslager „arbeiteten“, aber das Leid nicht mehr aushielten und sich in den stromdurchflossenen Stacheldrahtzaun stürzten.

In dem Museum waren Tafeln ausgestellt, auf denen man noch einmal alles nachlesen konnte, was einen genauer interessierte. Zudem bot sich die Gelegenheit, verschiedene Gegenstände näher anzusehen.

Um 13 Uhr trafen wir uns an den Bussen, um uns für die Abreise bereit zu machen. Nach der zweistündigen Rückfahrt kamen wir dann wieder an der Realschule an und zogen als Fazit dieser interessanten und lehrreichen Exkursion, dass sich ein solches Unrechtssystem nie wieder auf deutschem Boden etablieren dürfe.

                                                                                                                                                                   Leonie Schick und Alina Stoll, 9a