Geschmack der Donau

Der Stern von La Salle leuchtet über dem Brückenfrühstück im Rahmen des Donaufestes

Im Rahmen des 10. Ulmer Donaufests fand am 10 Juli 2016 ein Frühstück auf der Herdbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm statt. An diesem symbolträchtigen Ort trafen sich Menschen aus ganz Europa, um bei einem Frühstück Grenzen zu überwinden und miteinander ins Gespräch zu kommen. In diesem gemeinsamen Erlebnis sollte gegenseitige Achtung füreinander erarbeitet werden in einer Zeit, in der die Schlagworte Brexit, Krieg in der Ukraine, Flüchtlingskrise und wachsende Fremdenfeindlichkeit unser gemeinsames Haus Europa ins Wanken bringen. Dieses Frühstück war der Abschluss des Projekts „Tastes of Danube – Geschmack der Donau“, an dem sich die La Salle-Schulen Illertissen, Bratislava in der Slowakei und Pildesti in Rumänien im vergangenen Jahr beteiligt hatten.

Zu diesem Anlass reiste eine Delegation aus Bratislava am Mittwoch, den 7. Juli nach Illertissen. Drei Schülerinnen hatten sich mit ihrer Deutschlehrerin Ľubica Rompfová und Bruder Peter Magáč auf den Weg gemacht und wurden zünftig auf dem Parkplatz der Schule empfangen. Die drei Gastschülerinnen und die Lehrer hatten am Donnerstag dann die Gelegenheit, die Realschule näher kennen zu lernen und einen Eindruck von Illertissen zu bekommen.

Am Freitag, den 8. Juli fand im Ulmer Haus der Begegnung eine internationale Tagung der Organisationen statt, die am Projekt Tastes of Danube teilgenommen hatten. Die Gäste aus Bratislava und die gastgebenden Schülerinnen aus der Klasse 9 c fuhren gemeinsam mit Frau Mayer nach Ulm und lauschten interessanten Fachvorträgen zum Thema Brot und Essen sowie zur Bedeutung des europäischen Donauraums, bekamen bei den verschiedenen Projektpräsentationen einen Eindruck von der Vielfalt des Projekts und erarbeiteten sich in einem Workshop Kenntnisse über den Nutzen von Web2.0 für Bildungsprojekte.

Touristisches Programm gab es am Samstag. Die Schülerinnen besuchten zunächst das Kinderfest in Illertissen und trafen sich am Spätnachmittag mit den Lehrern in Ulm. Eine Stadtführung und die Besteigung des Münsterturms waren Pflicht! Danach ließen die Gäste den Abend gemütlich bei Speis und Trank auf dem Markt der Donauländer auf dem Donaufest ausklingen.

Der Höhepunkt des Besuchs war das Brückenfrühstück am Sonntag, den 10. Juli von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr auf der Ulm und Neu-Ulm und damit Baden-Württemberg und Bayern verbindenden Herdbrücke. Die La Salle-Schulen waren Pate für einen der Frühstückstische, an denen die Gäste aus nah und fern eingeladen waren Platz zu nehmen, Köstlichkeiten zu sich zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Gäste aus Bratislava hatten deftige und süße Spezialitäten im Gepäck, die reißenden Absatz fanden. Die Realschule Illertissen zog mit ihren Honigbroten viel Aufmerksamkeit auf sich und die Partner aus Rumänien hatten Kräutersäckchen hergestellt und nach Ulm geschickt, die viele Passanten dazu brachten, stehen zu bleiben und sich zu informieren. Alle Beteiligten führten angeregte Gespräche und man kann wohl sagen, dass der Name La Salle sicher nach dieser Aktion in Ulm, um Ulm und um Ulm herum ein wenig bekannter geworden ist. Dabei wurde wohl auch vielen Gesprächspartnern klar, dass es den teilnehmenden Schulen hier nicht vorranging um das Thema Brot gegangen ist, sondern der Kontakt und der Austausch über ein gemeinsames Thema die Schulen mit den gleichen Namen auf den Weg zu echten Partnerschulen gebracht hat.

Für die beteiligten Schülerinnen waren es sehr intensive Tage voller neuer Eindrücke und Erfahrungen. Die sechs Mädchen, drei aus Illertissen und drei aus Bratislava, verstanden sich auf Anhieb bestens und mit einer guten Mischung aus viel Englisch und ein wenig Deutsch war die Verständigung zu jederzeit möglich und eine hervorragende Übung für die praktische Umsetzung der in der Schule mit viel Fleiß erlernten Sprachen. Es wurde gemeinsam gelebt, ausgetauscht und diskutiert. Dabei wurden viel mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes erfahren und die Jugendlichen haben damit einen für sie großen Schritt in Richtung wirklich geeintes Europa getan, einem Europa, in dem das Verbindende gefeiert wird. Sehr schön war dabei, das einigende Leuchten des Sterns unseres Schutzpatrons Johannes von La Salle zu erleben.

                                                                                                                                                                                             Stefanie Mayer