Projekt "Donau-Iller-Werkstätte" (Lebenshilfe)

Gemeinsame Exkursion zu erschütterten Fakten aus der NS-Zeit

Schülerinnen der Johannes-von-La Salle-Realschule folgten der Einladung von Mitarbeitern der Donau-Iller-Werkstätte Illertissen und Senden, gemeinsam die bemerkenswerte Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet“ im Festsaal des Bezirkskrankenhauses in Günzburg zu besuchen.
Wie war das mit den behinderten Menschen in der Nazi-Zeit? Was ist eigentlich Euthanasie? Und warum geht uns das heute etwas an? Antworten auf diese Fragen findet man zurzeit in Günzburg in der Ausstellung, die noch bis 28. Juli im Festsaal des Bezirkskrankenhauses zu sehen ist.
 Aber auch neue Fragen wurden aufgeworfen: „Unglaublich“,so einer der Teilnehmer, „wie damals mit uns behinderten Menschen umgesprungen worden ist.“  „Was waren das für Menschen, die so etwas machen?“  So befand sich Frau Dr. Felicitas Söhner, die Leiterin der Ausstellung schnell in einer angeregten Diskussion mit den behinderten und nicht behinderten Teilnehmern der Besuchergruppe. Fazit: Es ist so wichtig, dass wir uns heute erinnern, was damals geschah. Und beim Blick auf die Täter wird deutlich, dass es Menschen wie Du und ich waren – jedoch verblendet von Rassenwahn und Menschenverachtung – ein Thema, das auch heute mehr als aktuell ist.
 Eindrucksvoll war das Gedenken an die 394 Opfer, die von Günzburg aus in die damaligen „Tötungsanstalten“ nach Grafeneck und Hartheim abtransportiert wurden. Ihnen ist eine als Rosengarten gestaltete Gedenkstätte auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses gewidmet. Dessen 100. Geburtstag war auch Anlass, die absolut sehenswerte Ausstellung nach Günzburg zu holen.
                                                                                                                                                                                Bild und Text: Roswitha Nodin